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Gemeinde Haimhausen im Landkreis Dachau  |  E-Mail: poststelle@haimhausen.de  |  Online: https://www.haimhausen.de

Bund Naturschutz informiert

Laubsauger und Laubblasgeräte Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt
Laubsauger

"Die unerläßliche Hilfe im Herbst !", "Das ideale Gerät für den Hausgebrauch !" - so oder ähnlich werden sie jetzt angepriesen: Die herbstlichen Krachmacher Nr. 1 - Laubsauger und Laubblasgeräte. Denn mit einem Schallpegel von bis zu 115 Dezibel machen die "unerläßlichen Helfer" soviel Krach wie ein Preßlufthammer und erreichen die Lärmkategorie unerträglich bis schmerzhaft. Darunter leiden Benutzer, Anwohner und Nachbarn gleichermaßen. Zwar gibt es bereits schallisolierte Modelle, doch diese kommen nicht überall zum Einsatz. Aus der Traum vom besinnlichen Herbst. Aber nicht nur der Lärm stellt eine Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt dar. Ein Drittel des Kraftstoffes der Motoren wird unverbrannt in die Umwelt gesprüht. Und zwar als giftige Kohlenwasserstoffe, die für die Benutzer der Geräte und die Umwelt schädlich sind.

 

Besonders gravierende Schäden richten Laubsauger auf unversiegelten Flächen, wie zum Beispiel in Parkanlagen, an. "Stellen Sie sich vor, wie sie von einem Hurrikan in die Luft gerissen und herumgeschleudert werden, um kurze Zeit später in einem Häcksler zu enden. Ihre nicht mehr erkennbaren Überreste landen im praktischen Auffangsack am Ende des Gerätes. Nicht anders ergeht es beispielsweise dem Regenwurm." schildert Bernd Louisoder. Vorsitzender des Bund Naturschutz in München (BN) die Wirkung der Geräte, die oftmals mit einer Häckseleinrichtung kombiniert sind. In ihnen wird das gesamte Sauggut zerkleinert und alles Lebende damit getötet.

 

Die Bodenbiologie wird damit gravierend beeinträchtigt. Am Boden und in der bodennahen Krautschicht lebende Kleintiere wie Insekten und Spinnen werden zusammen mit dem welken Laub einfach aufgesaugt. Dabei erreichen diese Geräte Luftgeschwindigkeiten von bis zu 240 km/h. Das entspricht der Geschwindigkeit eines Hurrikans!

 

Auch Pflanzensamen, die in der lockeren Bodenkrume überwintern, fallen dem starken Sog zum Opfer, was zu einer Verarmung der Vegetation führt. Das Wegsaugen des Laubes unterbricht darüber hinaus den natürlichen Nährstoffkreislauf des Bodens. Mit den Blättern verschwinden wichtige Nährstoffe im Auffangsack - die Folge: Die Böden brauchen auf Dauer teuren Dünger.

 

Eine andere Gefahr droht jetzt den Igeln, die flächendeckend in München vorkommen, wie eine Igelvolkszählung des BN aus dem Jahr 1998 ergeben hat. Die kleinen Stachler suchen die überall entstehenden Laubhaufen gerne als Unterschlupf für den Winter auf. Leider landen die Tiere mit dem Abtransport der Haufen häufig in Kompostieranlagen. Der BN empfiehlt deshalb zum Schutz der Igel, die Haufen an Stellen anzulegen, wo sie bis zum Frühjahr verbleiben können. Ist ein Abtransport unbedingt nötig, so sollte die bodennahe Laubschicht unbedingt auf Wintergäste untersucht werden. "Insbesondere in Wohnanlagen und Privatgärten wird oft zuviel des Guten getan, denn nicht alles Laub muß entfernt werden! Blätter können ökologisch sinnvoll unter Sträucher oder über frostgefährdete Pflanzen gehäuft werden. Hier finden allerlei Tiere Schutz und der Nährstoffkreislauf des Bodens bleibt erhalten." so Louisoder weiter. "Der Griff zum Rechen ist die ökologisch beste Antwort auf das fallende Laub. Gerade in kleinen und mittleren Gärten ist man damit im Vergleich zu den anderen Geräten nicht einmal langsamer.
 
Lassen Sie Ihr Herbstlaub ruhig auch einmal liegen. Ihr Garten wird es Ihnen durch Schönheit, Gesundheit und Artenvielfalt danken." Mit dieser Einschätzung befindet sich der BN im Einklang mit dem Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages. Dieser sprach sich kürzlich gegen die Laubsauger aus und beschloß, eine entsprechende Petition an die Bundesregierung zu überweisen. Von den seit 1995 verkauften 310.000 Saug- und Blasegeräten gingen allein 300.000 an den privaten Hobbybereich. Was hier auf den ersten Blick komfortabel und praktisch erscheint, wird in Wirklichkeit teuer erkauft: Lärm und giftige Abgase schädigen den Menschen, wichtige Bodenlebewesen und Nährstoffe werden dem Boden weggenommen.

Ansprechpartner für Rückfragen:
Kreisgruppe München, Martin Hänsel
Telefon: 089 / 55 02 98 82

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